Bärlauch
Allium ursinum
auch unter den Namen: Wilder Knoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch

 

 

Bärlauch gehört zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) und wächst wild in Europa und Nordasien in feuchten, humusreichen, schattigen Laub- und Auwäldern bis in eine Höhe von etwa 1700 m. Die Blätter sind hellgrün, ähnlich den giftigen Blättern des Maiglöckchens oder der Herbstzeitlose, jedoch von diesen auf Grund ihres intensiven Knoblauchgeruchs (im Zweifelsfall ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben!) leicht zu unterscheiden. Und nach dem Genuss ist - obwohl Bärlauch mehr Schwefelverbindungen als Knoblauch aufweist - keinerlei Mund- oder gar Körpergeruch festzustellen.

Der Auftrieb der Zwiebeln beginnt im Februar bis März, die 15 bis 40 cm hohen Pflanzen tragen weiße, sternförmige Blüten in einer Scheindolde und schließen bereits Ende Juni ihren jährlichen Zyklus mit der Samenreife und dem Einziehen der lanzettförmigen Blätter ab. Die beste Qualität weisen junge Blätter, kurz nach ihrem Erscheinen ab Mitte März bis hin zur Blüte etwa Mitte Mai auf.

Die alten Germanen gaben dem Bärlauch seinen Namen: Nach ihrem Glauben verlieh der Bär bestimmten Pflanzen seine Kraft und Fruchtbarkeit sodass man durch deren Verzehr sich sozusagen Bärenkräfte einverleiben könne. Dieser Glaube ist wahrscheinlich durch die Beobachtung von Bären entstanden, die nach dem Winterschlaf dieses Kraut gezielt suchen und fressen. Nach den damals meist entbehrungsreichen Wintern wurden frische Bärlauchblätter besonders zur Entschlackung und Kräftigung des Körpers hoch geschätzt. Diese Eigenschaften wurden vom modernenen, gesundheitsbewussten Menschen erst in den letzten Jahren sozusagen wiederentdeckt.

Die Kelten benutzten Bärlauch, um mit seinen Kräften ausgestattet in die Schlacht zu ziehen.

Eine Hexenzwiebelsuppe, in der Walpurgisnacht zubereitet, soll nach altem Volksglauben übrigens böse Geister abhalten.

Gelbdolde 

 

Mittelalterlicher Pfefferersatz

Die Briten nennen die Gelbdolde „Alexanders“. Dort ist der Doldenblütler an den Südküsten längst naturalisiert, obwohl die Pflanze aus dem Mittelmeerraum stammt. Manche Quellen behaupten, Alexander der Große habe sie dorthin verfrachtet, aber der Name ergibt sich aus dem Artnamen. Olus atrum bedeutet ‚schwarzes Gemüse‘ und wurde u.a. über Olixatrum zu Alexanders. Der große, makedonische Heerführer war nie in Britannien. Die schwarzen Samen dienten im Mittelalter mitunter als Pfefferersatz.

Alle Teile der Pflanze sind essbar. Feuchte, nahrhafte Erde.