Führung mit der Vorsitzenden Irmi Jungels durch den artenreichen Cyperuspark in Kastel

 

Wiesbadener Kurier 16.11.2017

Von Björn Schneider

KASTEL - Malus domestica, Pyrus communis, Prunus domestica – kryptische, fast unaussprechliche Namen. Dahinter verbergen sich Obstsorten, die seit Sommer im Kasteler Cyperuspark wachsen und gedeihen. Jüngst führte Irmi Jungels, erste Vorsitzende des Cyperus-Vereins, durch den beeindruckenden, artenreichen Naturpark. Dabei ging es vor allem darum, die Standorte der neuen Obstbäume zu besichtigen.

Spenden von Nature Fund und Karl-Heinz Schneider

Und von ihnen gibt es im Park mittlerweile sehr viele. Dank der Wiesbadener Umweltschutzgruppe Nature Fund und der Erbenheimer Baumschule von Karl-Heinz Schneider. Denn sie spendeten dem Cyperuspark mehrere hochstämmige Obstbäume. Die Bäume wurden im vergangenen Sommer auf der Hochebene des Parks im Sinne von Kaiser Karl dem Großen gepflanzt.

Karl der Große erließ 825 ein Gesetzeswerk, in dem er unter anderem anordnete, 73 Nutzpflanzen und 16 Baumarten in seinen Krongütern anzupflanzen. Diese wurden darin namentlich exakt in einer Liste aufgeführt. Der Cyperus-Verein hat den „Karlsgarten“ in seinem Park verwirklicht. Durch die neuen Bäume verfügt der Park nun über fast alle von Karl dem Großen bestimmten Pflanzen und Bäume.

Auf der Hochebene befinden sich nun unter anderem ein Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und ein Sauerkirschbaum. Vor dem Karlsgarten wurden zwei Feigenbäume gepflanzt. Einer mit Nordland-, einer mit Goldfeigen. Auch über diese zwei „Neuankömmlinge“ im Naturpark freut sich Jungels sehr. Zwei echte „Schätze“, denn die Feige zählt zu den ältesten domestizierten Nutzpflanzen überhaupt. Aber auch der Apfelbaum auf der Hochebene trägt eine besondere Frucht: die rote Sternrenette, eine sehr alte Sorte des Kulturapfels. Der Erhalt des Artenreichtums im Allgemeinen und die Obstbaumerhaltung im Speziellen – zwei Aspekte, die Gärtnermeister Karl-Heinz Schneider bei seiner täglichen Arbeit in der Baumschule sehr wichtig sind. Und zwei der wichtigsten Gründe, wieso er die Bäume dem Cyperuspark spendete. Zudem müsse, wie Schneider beim Besuch der Baumschule nach dem Park-Rundgang erklärte, die Kulturlandschaft erhalten und gepflegt werden. Die Obstbäume und Streuobstwiesen sind schon immer der wichtigste Bestandteil jener, vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaften. Viele Jahrhunderte prägten sie zudem das Landschaftsbild des Taunusvorlands und zu weiten Teilen das von Wiesbaden. Denn um viele Wiesbadener Vororte und Höfe verlief früher ein Obstbaumgürtel.

Ohne Insekten gibt es keine Befruchtung

Und noch für eine andere Gruppe von Lebewesen ist die Anpflanzung der Obstbäume im Cyperuspark wichtig: für die Insekten. Denn die Obstbäume sind angewiesen auf die Bestäubung von Bienen, Hummeln oder Schwebfliegen. Ohne die Insekten keine Befruchtung. Die Obstbäume kommen also nicht zuletzt der Insektenvielfalt zugute. „Heutzutage fehlt ja nicht nur die Honigbiene“, sagte Schneider, „auch der Schwund der Wildbiene und der Hummel ist deutlich spürbar.“ Mit den Bäumen sollen diese und andere Fluginsekten wieder vermehrt in den Park zurückkehren.

Nachbarstadt Mainz bestellt als Eigentümerin Cyperus- und Tierparkverein ins Rathaus ein

Artikel vom 15.11.2017

 

Von Wolfgang Wenzel

KASTEL - Der Cyperusverein vermutet, dass er es in seinem naturpädagogischen Garten im Biotop am Petersweg in Zukunft mit einem anderen Grundstückseigentümer zu tun haben könnte. Zusammen mit dem benachbarten Tiergarten liegt es auf einem Terrain, das die Stadt Wiesbaden dem Stadtentwicklungsgebiet Ostfeld einverleibt hat.

Grundstückseigentümerin ist die Stadt Mainz, die beide Trägervereine für Ende November ins Rathaus bestellt hat. In einem Mitglieder-Rundbrief hatte der Cyperusverein gemutmaßt, dass ein Verkauf nach Wiesbaden eingefädelt werden solle. Das sei falsch, der Termin habe nichts mit dem Ostfeld zu tun, es gehe nicht um Verkaufsverhandlungen. Wegen der Mainzer Grundstücke im Ostfeld gebe es auch keine Kontakte zwischen den beiden Städten, sagte Horst Maus, Beauftragter im Mainzer Rathaus für Angelegenheiten, die Amöneburg, Kastel und Kostheim betreffen.

Die Stimmung im Cyperusverein bleibt trotzdem angespannt, auch im Hinblick auf die Eröffnung einer Bürgerbeteiligung am kommenden Freitag. Sowie auf Äußerungen der Projektleitung in Wiesbaden, dass es schön wäre, wenn das Ostfeld aus einer Hand verwaltet werden könnte. „Wir sind mit Mainz ganz glücklich“, sagte die Vorsitzende Irmi Jungels.

Den Cyperusverein gebe es seit 1924, der Pachtvertrag datiere aus dem Jahr 1984, es stehe nicht viel drin. Sie habe ihn kürzlich zum ersten Mal gelesen: „Wir wollen, dass das Biotop und die Artenvielfalt erhalten bleiben“, sagte Jungels. Verhindern könne man das Ostfeld-Projekt nicht, es komme darauf an, den größten Schaden vom Verein abzuwenden. Je mehr Menschen bei der Bürgerbeteiligung mitmachten, desto positiver könnte das Ostfeld gestaltet werden, ohne dass es nur aus einer Perspektive mit dem „Dollarzeichen vor Augen“ wahrgenommen werde. Seine Befürchtungen hatte der Cyperusverein in einem Sonderrundschreiben an die Mitglieder zusammengefasst und sie aufgefordert, bei den Bürgerbeteiligungsterminen präsent zu sein. Der Verein habe Anforderungen für das Stadtentwicklungsgebiet nördlich und westlich des Fort Biehler formuliert. Standards müssten Solarenergienutzung, Dachbegrünung, Fahrradwege, dichtes Straßengrün und der Schutz der Frischluftschneisen vor Bebauung sein. Wasser sollte aus gestalterischen und stadtklimatischen Gründen eine starke Rolle bekommen. Zu nennen wären offene Gewässer, Wasserwände und Vorrichtungen für die Aqua- und Hydrokultur. Die Vorstellung von der räumlichen Nähe zu einer neuen Müllverbrennungsanlage wäre nicht so prickelnd, sagte Jungels.

Zurückhaltend äußerte sich die Vorsitzende des Tiergartenvereins, Sabine Böhringer, im Hinblick auf den Gesprächstermin in Mainz. Vielleicht gehe es nur dort um die Grünpflege. Das Tierpark-Grundstück habe mehrere Eigentümer. Ein Teil gehöre dem Verein selbst, ein anderer der Stadt Mainz und eine Erweiterungsfläche, die damals von Dyckerhoff gepachtet worden sei, inzwischen der Stadt Wiesbaden. Dafür werde auch Pacht gezahlt.

In dem Mitglieder-Rundschreiben legte der Cyperusverein seine Vertragsbedingungen offen. Der Pachtvertrag mit der Stadt Mainz gelte immer für ein Jahr, werde aber dank einer automatischen Verlängerungsoption fortgeschrieben. Da der Verein nur Pächter sei, könne viel passieren. Angesprochen werden in dem Rundbrief Themen wie der Schutz von Kaltluftschneisen, die Lage des Ostfelds in der Einflugschneise des Erbenheimer Militärflugplatzes, zusätzliches Verkehrsaufkommen in einem Neubauviertel und die Rolle einer City-Bahn. Würden zusammenhängende Naturschutzgebiete von einer Bahntrasse zerschnitten, wären die Biotope verloren, heißt es in dem Rundbrief.

Viele neue Mitglieder im Kasteler Cyperus-Verein

Von Wolfgang Wenzel

KASTEL - Einen Aufschwung erlebt der Cyperus-Verein, der am Sonntag die Besuchersaison in seinem naturpädagogischen Schaugarten im Norden Kastels eröffnete. Über die Hälfte der 56 Mitglieder sind neu beigetreten. Die Idee, Menschen für den Naturschutz zu gewinnen, hat an Zugkraft gewonnen. Eine der treibenden Kräfte des Vereins ist die Kastelerin Irmi Jungels, die zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Die Mitgliederversammlung verteilte die Aufgaben im Vorstand neu. Stellvertreter wurden Vorgänger Stephan Pflume und der Kostheimer Naturschützer Claus Heinacker, der früher Sprecher der Bürgerinitiative „Rettet die Maaraue“ war.

Das Amt der Kassiererin wird Erika Fink versehen, Ronald Gockel wurde Schriftführer.

Zusammenarbeit mit der Leuschnerschule

Das Vermitteln von Naturnähe in Theorie und Praxis, ist der Vereinszweck der Cyperianer, deren Name dem von manchen Gartenfreunden geliebten Cyperusgras entlehnt ist. Die Fachkunde zahlt sich aus, inzwischen pflegt der Verein mit der Wilhelm-Leuschner-Schule eine Zusammenarbeit in naturkundlichen Dingen. Ende März waren Schüler zu Gast, die sich mit dem Thema Kräuter befassten.

Erstmals wird sich der Verein im Frühsommer am Tag der offenen Gartenpforte beteiligen, einem von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur bundesweit ausgerichteten Aktionstag. Am 10. und 11. Juni wird es Führungen durch die Schauanlage geben. Auch sonst hat sich das Engagement des Cyperus-Vereins herumgesprochen. Von der Umweltschutzgruppe Nature Fund erhielt der Trägerverein mehrere hochstämmige Obstbäume. Sie sind auf der Hochebene im Sinne von Kaiser Karl dem Großen gepflanzt worden, „Karls Garten“ ist eine Anlage im Cyperuspark, in dem Kräuter und andere essbare Pflanzen gedeihen. Aus diesem Garten bezieht der Cyperus-Verein auch Kapital für seine Bildungs- und Aufklärungsarbeit.

Am Sonntag, 21. Mai, gibt der Gärtnermeister Karl-Heinz Schneider um 14.30 Uhr sein Wissen in einem Wildkräuterseminar weiter, das in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule ausgerichtet wird.

Am Sonntag, 11. Juni, um 14.30 Uhr setzt der Verein seine Informationsreihe mit einem naturschutzfachlichen Referat fort. „Habitatmanagement und biologische Schädlingsbekämpfung“ heißt das Thema von Ralf Schaab .

Der nächste Termin ist freilich noch von anderem Kaliber, aber im Hinblick auf geheimes Wissen um die Natur geistesverwandt: In der Walpurgisnacht am Sonntag, 30. April, lädt der Cyperus-Verein zu einer „Hexennacht“ in seinen Schaugarten im Biotop am Petersberg ein. Darüber hinaus ist die Anlage in dieser Saison immer an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Auch für das Stadtteilfestival Kulturtage stellt der Cyperus-Verein sein Terrain zur Verfügung. Dort gibt die Gruppe Blue Cats, vielen bekannt als die Band des Kostheimer Theologen Chris Jones, am 17. September um 16.30 Uhr ein Konzert. Bei der Mitgliederversammlung ehrte der Cyperus-Verein die beiden Aktiven Erika Fink und Uwe Müller für ihr langjähriges Engagement im Naturschutz.

Freiwillige Feuerwehr und Vereinsmitglieder reinigen die Teiche des Cyperusparks

Cyperus-Verein, Tierpark und Hesslerhof präsentieren bei Tag der offenen Tür in Kastel ihre Attraktionen

Wildkräuterseminar

am 04.09.2016 mit Karl Heinz Schneider

Wiesbadenaktuell

Der Cyperus und seine Umgebung

 

 

Direkt am Eingang zum Karlsgarten in Kastel wächst ein Wacholder. „Der hält die guten Geister im Garten und die bösen fern“,

Feier in verwunschenem Paradies

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

04.07.2016

von Björn Schneider

BIOTOP Naturschutz-Verein „Cyperus“ wurde vor 115 Jahren gegründet / Schutz der regionalen Fauna und Flora

KASTEL - Verschlungene kleine Wege verlaufen durch eine prächtige grüne Naturoase, vorbei an Bäumen, kleineren und größeren Teichen, einem Kräutergarten sowie zahlreichen, teils exotischen Pflanzen und Tieren: So präsentiert sich das „Biotop Petersberg“, auch bekannt unter dem Namen „Cyperus-Park“, gelegen im Kasteler Berstädter Weg. Betrieben und gepflegt wird das 12 000 Quadratmeter große Freigelände vom Verein Cyperus 1901, der am Sonntag sein 115-jähriges Bestehen am Vereinsstandort im Cyperus-Naturpark feierte. „Wir haben hier ein verwunschenes Naturparadies“, wie es Stephan Pflume, Erster Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins, auf den Punkt bringt.

Sanfte Klassik-Klänge und eine Jubiläumstorte

Zur Jubiläumsfeier waren etliche Naturliebhaber, Erholungssuchende und Hobbygärtner gekommen, darunter auch bekannte Gesichter aus der Lokalpolitik, unter anderem Christa Gabriel, Kasteler Orstvorsteherin und Vorsitzende des Wiesbadener Stadtparlaments, AKK-Stadtrat Rainer Schuster und Horst Maus, Mainzer AKK-Beauftragter. Sie alle überzeugten sich von der Einzigartigkeit des Biotops, betonten in ihren Ansprachen die Bedeutung als Erholungs- und Naturkleinod für die Stadtteile Amönebur, Kastel und Kostheim und ließen sich von Pflume im Anschluss über das Gelände führen.

Kulinarisches aus einer Fischräucherei, ein Essensstand und die Verköstigung einer großen Jubiläumstorte waren ebenso Teil der Veranstaltung wie die Rheingauer Film-Symphoniker. Ein Streichquartett des Orchesters aus Heidenrod-Laufenselden war zu Gast und untermalte die Feier, die von elf bis 18 Uhr dauerte, mit sanften Klängen ausgewählter Klassik-Stücke, unter anderem von Haydn und Schubert.

Bildung und Naherholung in einem

Christa Gabriel, die schon als Kind die Natur des Cyperus-Parks genoss, verwies darauf, wie viel Arbeit in der Pflege und Instandhaltung des Geländes stecke. Über rund 40 Mitglieder verfüge der Verein, viele der Mitglieder und Ehrenamtlichen investierten dabei einen Großteil ihrer Freizeit, um das Biotop sauber zu halten und auch in Zukunft für die Bevölkerung nutzbar zu machen. „Auch aus diesem Grund, unterstützen wir die Arbeit des Vereins gerne“, betonte die Ortsvorsteherin.

Zwischen der Stadt Wiesbaden und dem Verein wurde ein Biotopentwicklungsplan geschlossen, der einen Aspekt beinhaltet, den Pflume als eines der wichtigsten Ziele des Vereins ansieht: „Wir machen das Areal für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich und sorgen für die Erhaltung als Nutz- beziehungsweise Naherholungsgelände.“ Eine weitere, wichtige Aufgabe: schon den Kindern die regionale Flora und Fauna näher bringen und diese erfahrbar machen. „Immer wieder bieten wir Führungen für Schulklassen an. Wir haben einen Auftrag zur Naturbildung“, sagt der Vorsitzende.

Höhepunkte des Parks sind – neben dem laut Pflume „einzigartigen Naturerlebnis und harmonischem Gesamtensemble als solchem“ – unter anderem die herrlichen, untereinander verbundenen Teiche, die durch drei natürliche Quellen gespeist werden. Durch diese Quellen schaffe man authentische, naturnahe Bedingungen in den Teichen sowie eine außergewöhnliche Kalkquellenvegetation, so Pflume. Auch sehenswert: der nach den Regeln Karls des Großen angelegte „Karlsgarten“, ein ganz besonderes „Denkmal unserer Gartenkultur“.

Und für Tierfreunde lohnt der Gang in das Schauhaus. Dort gibt es zahlreiche, teils exotische und sehr seltene, teils heimische Fische, Reptilien und Amphibien: vom Axolotl und der Stabheuschrecke über die östliche Smaragdeidechse bis hin zum Buntbarsch und dem siamesischen Kampffisch.

Auf Seite 32-34 ist der Artikel vom Cyperus.

Wiesbadner Kurier vom 24.06.2016

 

Von Julia Bröder

KASTEL - Am Samstag war er noch in Uganda, wo er als Berater an einem agrarwirtschaftlichen Projekt für Jugendliche mitarbeitet, einen Tag später kam Ralf Schaab zur Exkursion in den Cyperus-Park in Kastel. Der Verein für Aquaristik, Terraristik und Naturschutz am Petersberg hatte den umtriebigen Erbenheimer Landwirt eingeladen, um ein Praxisseminar über die heimische Ökologie zu halten, der Fokus sollte auf der Schwebfliege liegen. „Diese Insektengruppe ist sehr vielfältig. Allein in Deutschland gibt es 500 verschiedene Arten, weltweit sind es 5000“, weiß Schaab. Für ihn ist die Schwebfliege kein nerviger Summer, sondern ein „natürlicher Antagonist zu Schädlingen“. Während erwachsene Fliegen sich von Pollen und Nektar ernähren, fressen ihre Larven zum Beispiel Blattläuse.

Ansprechen sollte das Angebot des Cyperus-Vereins Naturliebhaber aus Wiesbaden und Mainz, gekommen sind eine Handvoll Hobbygärtner und Menschen, die sich für die lokale Flora und Fauna interessieren. „Ich finde es spannend zu sehen, welche Pflanzen und Tiere wir in der nahen Umgebung haben“, meint etwa Silke Walter, die vor fünf Jahren angefangen hat, in ihrem eigenen Garten heimische Blumen anzusiedeln und ein Insektenhaus aufzubauen. Ralf Schaab, den sie von seinem Bauernladen auf Hof Erbenheim kennt, habe sie dazu inspiriert.

Drei Quellen speisen die Teiche auf dem Gelände

Auch Besucherin Nina Arsay ist begeistert von der ursprünglichen Beschaffenheit des Cyperus-Parks. „Ich mag es, wenn die Natur nur so viel gezähmt wird wie nötig“, sagt die gebürtige Bayerin. Tatsächlich sind die Weiher und Teiche auf dem Gelände teilweise gewachsen, teilweise angelegt. Gespeist werden sie von drei natürlichen Quellen, die dafür sorgen, dass die Wassertemperatur konstant bei zehn bis zwölf Grad liegt. Mulche und Unken fühlen sich hier ebenso wohl wie Koi-Karpfen und Wasserläufer. Um die Gewässer herum leben Mauereidechsen.

1901 als Aquarienverein gegründet, hat es sich Cyperus heute zur Aufgabe gemacht, die Menschen für die heimische Flora und Fauna zu sensibilisieren, die Kenntnis über Pflanzen und Tiere zu fördern und sich insgesamt für den Naturschutz einzusetzen. Dafür bieten die Mitglieder zum Beispiel Exkursionen für Schulklassen und Kindergartengruppen an, in diesem Sommer sollen in Kooperation mit „Ecokids“ zum ersten Mal Sommerferienspiele auf dem Gelände stattfinden (Anmeldung unter www.ecokids.education).

Für Besucher ohne Voranmeldung ist der Cyperus-Park sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. „Wir wollen keinen Massentourismus, sondern Besucher, die sich für die Natur hier interessieren und sorgsam damit umgehen“, sagt Irmi Jungels vom Cyperus-Verein. Sie hat sich vorgenommen, in den kommenden Monaten öfter Exkursionen zu besonderen Themen zu organisieren, das Seminar mit Ralf Schaab sei der Auftakt. Geplant ist zum Beispiel ein Workshop, in dem sich die Teilnehmer mit den essbaren Pflanzen vertraut machen, die quasi vor ihrer Haustüre wachsen – Nelkenwurz, Brennnessel, Holunder und Sauerampfer sind nur einige von ihnen.

 

Zunächst einmal ist sie aber mit der Vorbereitung des Cyperus-Sommerfestes beschäftigt: Am 3. Juli feiert der Verein, der sich über ehrenamtliche Arbeit, Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie einen jährlichen Zuschuss der Stadt Wiesbaden finanziert, seinen 115. Geburtstag.

 



 

 

 

Naturparadies erwacht aus Dornröschenschlaf – Naturpark Cyperus feiert Ostern Wiedereröffnung

Es ist ein kleines Paradies, verwunschen fast, das da versteckt zwischen Mainz und Wiesbaden liegt: Hinter der Autobahn 671, hinter dem Gewerbegebiet Petersweg, zu Füßen von Fort Biehler, liegt in einer Senke der Cyperus Naturpark. 12.000 Quadratmeter Natur, mit fast zehn Teichen, uralten Bäumen, seltenen Pflanzen und essbaren Gärten. Das Gelände erwacht gerade aus dem Dornröschenschlaf – an Ostersonntag feiert der 115 Jahre alte Verein für Aquaristik, Terraristik und Naturschutz Wiedereröffnung.

Cyperus - Jungels und Müller im Naturpark

Verwunschener Park mit vielen Teichen: Cyperus Naturpark mit Irmin Jungels und Uwe Müller – Foto: gik

1901 war es, als der Freiherr von Kittlitz einen Verein für Aquaristik gründete – in Mainz, und nur für adlige Mitglieder. Vater Heinrich von Kittlitz war ein bekannter Naturforscher und Ornithologe gewesen, der Sohn folgte der um die Jahrhundertwende herrschenden Mode der Wohlhabenden zum Aquarium. Der Freiherr allerdings verlor bald das Interesse am Verein, der öffnete sich 1910 der nicht-adeligen Bevölkerung, um zu überleben.

Naturparadies im alten Dyckerhoff-Steinbruch

Wir sitzen in der Senke am Petersberg, der Blick schweift über kleine Teiche, uralte Bäume und liebevoll angelegte Wege. „Anfang der 1950er Jahre war hier ein See“, sagt Uwe Müller und zeigt über das Gelände, „hier konnte man richtig Boot fahren.“ Wir befinden uns auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs des Wiesbadener Unternehmens Dyckerhoff, die Senke ist ein wahres Naturparadies. Über uns die Abbruchkante des alten Steinbruchs unterhalb von Fort Biehler, die Autobahn 671 dröhnt in kurzer Entfernung. „Als die Autobahn gebaut wurde, sank der Wasserspiegel , der See verschwand“, berichtet Müller.

Müller ist Landschaftsgärtner, und er liebt diesen Park, der eigentlich schon richtig alt ist. 1924 entdeckte der Briefträger Martin Petry den damals schon stillgelegten Steinbruch, im April 1924 war Spatenstich für den Aufbau eines Freigeländes – der Mainzer Verein für Aquaristik und Terraristik aus Mainz hatte ein Kleinod gefunden. Auf dem Gelände entstanden Freiluft-Aquarien, aber auch Teiche und Schauhäuser für Aquarien und andere Tiere, 1926 wurde das Vereinsheim gebaut. Damals war hier noch Mainzer Stadtgebiet, bis heute gehört das Gelände der Stadt Mainz.

Cyperus - Neuer alter Teich

Alter Teich, neu gemacht – im Cyperus Naturpark – Foto: gik

Affen, Quellen, Teiche – und essbare Pflanzen

„Ein Mitglied brachte einen Papyrus der Gattung Cyperus mit und stellte ihn auf den Tisch, so kam der Verein zu seinem Namen“, erzählt Müller. Er ist der Archivar des Vereins, hat zusammengetragen, was von der Geschichte zu erfahren war. Zu Beginn der 1970er Jahre gab es mal einen kleinen Zoo hier, mit Affen in den Schauhäusern. Dann zerstritten sich die Mitglieder des Vereins, dem ganzen Park drohte das Aus – ein Richter rettet mit einem salomonischen Spruch das Naturparadies: Das Gelände wurde geteilt, seither gehen Cyperus und Tierpark getrennte Wege.

Uwe Müller hat hier fast jeden Weg gebaut, kennt jede Wegbiegung  und jede Pflanze. „Jede zweite Pflanze hier kann man essen“, erklärt er – überall wächst etwa wilder Bärlauch. Drei Quellen sprudeln aus dem Hang, das Wasser ist das ganze Jahr 10 bis 12 Grad warm, erzählt Müller. Die Quellen speisen kleine Teiche, das Wasser fließt anschließend den Hang hinab zum Tierpark Kastel.

Bachminze und roter Holunder im warmen Mikroklima

Cyperus - Insektenhotel

Das alte Insektenhotel im Cyperus Naturpark – Foto: gik

„Die Teiche frieren nie zu“, berichtet Müller, und so haben sie hier viele seltene Pflanzen wie die Bachminze, aber auch den Schachtelhalm oder die Taglilie. Ein Hain mit rotem Holunder wächst oben auf der Kante. Die kanadische Wasserpest wuchert in einem Teich, „aber nur in diesem“, zeigt Müller, „als wir mal versucht haben, sie in einen der anderen Teiche zu verpflanzen, hat das nicht geklappt.“

Winzige Mikroklimas hat der Hangabbruch geschaffen, der Naturpark ist einer der wärmsten Flecken von Mainz und Wiesbaden. Eisvögel sind seit Jahren hier heimisch, auch der Buntspecht und ein Fuchs – nur den Schnaken ist das Quellwasser zu kalt. Gerade hat Müller einen der alten Teiche aus den 1920er Jahren wieder freigelegt und gesäubert, Jahrelang verdunkelten uralte Bäume das Gelände. Nun haben Müller und seine Mitstreiter wieder Luft und Licht geschaffen – der Park erwacht zu neuem Leben. Am Eingang entsteht gerade ein neuer Staudenhügel, die Wege rund ums Fünf-Teiche-Eck, wie Müller es nennt, sind freigelegt.

In der kleinen Schlucht neben dem Bachlauf wurde eine neue Widderpumpe eingebaut, ein wassergetriebener Stoßheber, der das kostbare Nass hinauf auf die Böschung befördert – der Verein hat auch die Aufgabe, die Natur des Parks instand zu halten. Beim Anlegen eines neuen Weges vor einigen Jahren entstand eine Böschung – ideal für Kräuter. Helmut Fink, langjährige Seele des Vereins entwickelte daraus die essbare Landschaft.

Einer von drei Karlsgärten in Deutschland mit 78 nützlichen Pflanzen

Rund 300 essbare Wildpflanzen und Heilkräuter brachte Fink in den Park, 78 davon wachsen im Karlsgarten, direkt am Anfang des Geländes. „Nur drei Karlsgärten gibt es in ganz Deutschland“, sagt Müller stolz, „einen davon haben wir hier.“ Das Konzept geht zurück auf einen Erlass Karls des Großen aus dem Jahr 795, das „Capitulare de Villis“, darin regelte er die Bewirtschaftung seiner Hofgüter – und lässt im 79. Kapitel mehr als 80 Pflanzen auflisten, die auf jedem der Hofgüter angebaut werden sollten. Es sind Obstbäume und Heilpflanzen, essbare Kräuter und giftige, die zu Heilungszwecken kultiviert wurden.

Cyperus - Karlsgarten

Der Karlsgarten im Cyperus Naturpark – Foto: gik

Direkt am Eingang zu  kleinen Karlsgarten in Kastel wächst ein Wacholder. „Der hält die guten Geister im Garten und die bösen fern“, sagt Müller, und lächelt. Offiziell glaube zwar niemand an diese alten Geschichten, „aber alle Gärtner, denen ich davon erzähle, wollen auch einen Wacholder am Eingang“, sagt er verschmitzt.

Naturpark soll wieder bekannter werden und Kindern Naturerlebnis verschaffen

Noch ist die Natur am Petersberg kahl, der Garten unscheinbar. Doch in wenigen Woche wird hier alles grün sein und in Blüte stehen, und auch der Cyperus Park selbst soll aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Ihn wachküssen will Irmi Jungels, die rührige Rentnerin bringt gerade neuen Schwung in den alten Verein. „Ich will den Park wieder bekannter machen“, sagt sie, vielen sage der Cyperus überhaupt nichts.

Doch gerade für Kinder- und Jugendliche sei der Garten ein Segen, eine tolle Möglichkeit, Natur und Pflanzen kennen zu lernen. „Die Kinder haben ja heute nur noch wenig Bezug zur Natur“, sagt Jungels, „bei uns können sie lernen, mit ihr umzugehen, essbare von giftigen Pflanzen zu unterscheiden.“ Ein altes „Insektenhotel“, ein Regal mit alten Baumstümpfen, in dem zahllose Insekten ihr zuhause haben, steht am Ende des Parks, „solche Dinge will ich wieder beleben“, sagt Jungels.

Cyperus - Aquarien im Schauhaus

Frisch geputzt: Die Aquarien im Schauhaus vor Ostern – Foto: gik

Staudenseminar, Aquarien und Kräuterleckereien

Am Sonntag, zur Saisoneröffnung, gibt es denn auch schon mal Kräuterleckereien und eine Ausstellung mit Frühlingskränzen und Osterdeko. Die Aquarien im kleinen Schauhaus sind schon geputzt, Guppies, Barsche und Fadenfische sind schon eingezogen. Auch die seltsamen Axolotls, Schwanzlurche, die ihre Gliedermaßen nachwachsen lassen können, sind hier zu sehen.

Am 3. April folgt dann ein Staudenseminar von der Baumschule Schneider, dann soll es auch darum gehen, welche Pflanzen auf dem neuen Staudenhügel gedeihen – der hat nämlich alle Klimazonen. Und am 3. Juli wird Geburtstag gefeiert, der Verein dann stolze 115 Jahre alt. Aber auch sonst ist man hier gastfreundlich: „Wenn das Tor offen ist, ist jeder herzlich Willkommen“, sagt Müller. „Eine Tasse Kaffee gibt’s immer“, fügt Jungels hinzu.

Info& auf Mainz&: Ostersonntag, 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr Saisoneröffnung im Cyperus Naturpark in Mainz-Kastel, Berstädter Weg 1a. Und so findet Ihr hin: Einfach im Gewerbegebiet Petersweg beim Aldi geradeaus über die Brücke über die Autobahn fahren, dann direkt links und die erste wieder rechts – und schon seht Ihr links das Einfahrtstor zum Cyperus Gelände. Jeden Sonntag und jeden Feiertag ist der Park für die Öffentlichkeit geöffnet, das ist Vereinsvorschrift. Mehr Infos zu Cyperus 1901 und eine Anfahtrskarte gibt’s im Internet unter www.cyperus1901.de und auf Facebook, genau hier.

 

Am Sonntag, den 17. September, solltet Ihr einen Abstecher in den zauberhaften Cyperus Naturpark nicht versäumen: Unter dem Motto „Tiere, Pflanzen und Pop“ könnt Ihr hier eine einmalige Oase mit Teichen, Tierpark und einem historischen Karlsgarten entdecken, ab 17.00 Uhr spielen hier die „Blue Cats“ Pop in the Garden.

Sensor 03/2016
Vor Schlafstadt-Status bewahren
Frische Ideen sind auch ganz nach dem Geschmack von Irmtraud Jungels: „Ich möchte nicht, dass AKK zu Schlafstädten
werden. Da muss Leben stattfinden“, sagt die 61-Jährige. Damit meint sie nicht nur gesellschaftliches Leben, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt.
Deshalb engagiert sie sich für denCyperus-Naturpark im Biotop Petersberg, der in diesem Jahr sein 115-jähriges Bestehen feiert.
AuAus diesem Grund wird er derzeitfür die bald beginnende Vegetationsphase besonders schön gemacht.
Im Rahmen eines Seminars wird im April der Staudenhügel neu gestaltet, eine kleine Feuerstelle entsteht, damit Kinder
Stockbrot backen können und die essbare Landschaft auf dem 12.000 qm großen Gelände soll erweitert werden. Außerdem wird eine Tauschbörse für Pflanzen und alte Samensorten eingerichtet und Irmtraud Jungels überarbeitet gerade die Website desParks, der ab Ostern wieder an Sonn- und Feiertagen geöffnet.ist.
Auch Tiere wie Mauereidechsen oder Eisvögel fühlen sichin unmittelbarer Nachbarschaft zum Tierpark Kastel in freier WiWildbahn wohl. „Kastel ist eigentlich der Mittelpunkt zwischen
MaMainz und Wiesbaden. Es ist schade, dass es nicht im Mittelpunkt steht.
Ich habe das Gefühl, wir sind so ein bisschen vergessen“, bedauert die Mutter dreier Kinder.
Eine Einschätzung, die sie unter anderem an der Fällung der Ulmenallee auf der Maaraue festmacht, sowie daran, dass die  Schulen in AKK vernachlässigt würden.
Außerdem bedauert sie, dass es hier für denNaNachwuchs keine Möglichkeiten mehr gebe, Abitur zu machen,
seit die gymnasiale Oberstufe an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Kostheim geschlossen worden ist.
Dabei wirkt gerade dieSchulzeit identitätsstiftend

NEUES vom Cyperus 1901 e.V. im Biotop Peterberg aus Kastel

Im Cyperus „Verein für Aquarien-, Terrarienkunde und Naturschutz“ im Nordosten von Kastel im Biotop Petersberg gelegen, begannen am letzten Wochenende die Arbeiten für die neue Saison.

Drei Tage lang wurde ausgeschachtet und modelliert, um den Besuchern im Sommer wieder ein schönes Wasserbiotop bieten zu können, in dem Brunnenkresse und allerlei andere Pflanzen gedeihen.

Wie auf den Bildern zu sehen, wurde am Wochenende von unseren Mitgliedern und vielen weiteren freiwilligen fleißigen Helfern einiges bewegt und modernisiert.

Alle waren mit viel Spaß bei der Arbeit dabei und einige konnten zum ersten Mal in ihrem Leben einen „Bagger fahren“. Auch heute und die nächsten Tage sind wir auf dem Cyperus-Gelände am Arbeiten. Helfer werden benötigt und sind hierbei Willkommen.

Am Samstag und kommenden Sonntag (16. Und 17. Januar) wollen wir von 10.00 Uhr bis zum Sonnenuntergang weiterarbeiten. Auch an diesen Tagen werden Helfer dringend benötigt. Für Speis und Trank ist selbstverständlich gesorgt.

Wer helfen möchte (egal wie alt und wie lange) meldet sich bitte kurz unter cyperus1901@gmx.de oder kommt einfach vorbei. Der Cyperus-Park befindet sich neben dem Kasteler Tierpark am Unteren Zwerchweg und ist über eine Pforte in einem Seitenweg, Berstädter Weg 1 a, zu erreichen.

Geöffnet wird dann der Cyperus-Park von Ostern an an jedem Sonn- und Feiertag von 10 bis 18 Uhr. Der Besuch ist kostenfrei.

Bis Ostern werden auch die Fische und Terrarientiere aus ihrem Winterquartier in die Aquarien und Terrarien wieder ins Schauhaus gebracht.

Außerdem wollen wir dieses Jahr den „Karlsgarten“ wieder aktivieren, den nach historischen Vorbildern angelegten „essbaren Garten“ in die Reihe bringen und den Besuchern wieder Kräuterführungen anbieten.
Am 3. Juli 2016 findet die 115-Jahre Feier statt. Notieren Sie sich schon mal diesen Termin, da wird gefeiert und viele Attraktionen geboten. Mehr sei hier jedoch noch nicht verraten...

(Ronald Gockel)

Sommerfest2015

Von Norbert Fluhr

KASTEL - Auf 14 000 Quadratmetern hat der 40 Mitglieder zählende Kasteler Verein "Cyperus 1901" ein biologisches Refugium kultiviert, das alljährlich nicht nur Botaniker begeistert. Beim Sommerfest beeindruckte viele Besucher die Vielfalt der Heilpflanzen und Kräuter. Darüber hinaus faszinierten Fische und Reptilien, die in den Aquarien und Terrarien ihren Lebensraum gefunden haben.

Das zwischen Teichen und Tümpeln angelegte Biotop am Berstädter Weg bietet nicht nur aufgrund der Artenvielfalt von Vögeln, Amphibien und Insekten ein nachhaltiges Naturerlebnis. Im Naturpark leben auch einige harmlose Schlangen und eine einzigartige Population von Mauereidechsen. Der Cyperus-Verein, dessen Name auf das lateinische Wort für Zypergras zurückgeht, lud am Sonntag auch zu Führungen durch das Gelände ein. Wer "Karls Garten" betritt, begibt sich auf eine Zeitreise: Karl der Große schuf das Capitulare de villis, eine Verordnung über die Krongüter und Reichshöfe. Eine Bewirtschaftsordnung, die seinerzeit eine enorme Bedeutung für die Hofgemeinschaft hatte. Ein botanischer Codex, mit dem die Gesunderhaltung von Mensch und Vieh gewährleistet werden sollte. Mithin eine Grundlage, die als Vorläufer der modernen Gartenarchitektur betrachtet werden kann. Davon konnten sich die Besucher überzeugen. Im historischen Baumgarten befinden sich über 70 Pflanzen. Ganz im Sinne der Karlschen Diktion. Lilien, Rosen, Hornklee, Frauenminze, Salbei und die Eberraute. Heil-, Nutz-, Zier- und Symbolpflanzen, wie Vorsitzender Stephan Pflume ausführlich zu berichten wusste.

Am Eingang blüht der Sadebaum, auch als Stink-Wacholder bekannt, mit dem - so der Volksglaube - die Hexen vor dem Überklettern des Zaunes abgehalten werden sollten. Dass Bärwurz, Bergkümmel und Estragon bei der Zubereitung von Speisen verwendet werden, hat sich mittlerweile in der Gastromonie herumgesprochen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich die vom Verein servierten, in Butter gerösteten Brennnesseln nicht entgehen lassen. "Das ist ein Gedicht", bemerkte Pflume.

Zahlreiche Heilpflanzen

Auch im Artemisia-Garten sind zahlreiche Heilpflanzen vertreten. In der nach der griechischen Göttin benannten Anlage ist auch die "Mutter aller Kräuter" zu bestaunen: die Artemisia annua. Der Wirkstoff des einjährigen Beifußes soll dazu beitragen, schnell wachsende Krebszellen zu zerstören. Der Verein für Aquaristik, Terraristik und Naturschutz kann aber ebenfalls auf eine Attraktion im Schauhaus verweisen. Da tummelt sich die tagesaktive Holaspis guentheri, eine blaue Sägeschwanz-Eidechse im Terrarium. Auf große Aufmerksamkeit stößt aber auch ein mexikanisches "Urviech". Vier Jahre alt ist der Schwanzlurch aus der Familie der Querzahnmolche, der mit drei Artgenossen einen neuen Lebensraum gefunden hat. Vorstandsmitglied Willi Hoffmann beschreibt das Exemplar als ein "evolutionäres Bindeglied zwischen Amphibien und Fisch". Neu gestaltet hat der Cyperus-Verein seine Kaskaden-Landschaft, die fußläufig zum angrenzenden Tierpark führt.

Im Hinblick auf das geplante Industriegebiet Kastel Ostfeld teilte der Vorsitzende Pflume Bedenken wegen des Wasserhaushalts. Die drei Quellen, aus denen der Verein Wasser beziehe, könnten versiegen.

KASTEL - (zel). Im Cyperus-Verein, einer der Naturpädagogik verpflichteten Stätte im Nordosten Kastels, beginnen die Arbeiten für die neue Saison. Am kommenden Wochenende treffen sich Mitglieder, um einen neuen Hausweiher anzulegen. Drei Tage lang wird ausgeschachtet und modelliert, um den Besuchern im Sommer wieder ein schönes Wasserbiotop bieten zu können, in dem Brunnenkresse und allerlei andere Pflanzen gedeihen.

Geöffnet wird der Cyperus--Park vom 27. März an an jedem Sonn- und Feiertag von 10 bis 17 Uhr. Bis dahin werden auch die Fische aus ihrem Winterquartier in die Aquarien im Schauhaus gebracht. Außerdem will der Cyperus-Verein seine Botanik-Abteilung aktivieren, ihren nach historischen Vorbildern angelegten „essbaren Garten“ in die Reihe bringen und den Besuchern wieder Kräuterführungen anbieten. Die Saison dauert ein halbes Jahr und endet Anfang Oktober.

Der Cyperus-Park befindet sich neben dem Tierpark am Unteren Zwerchweg und ist über eine Pforte in einem Seitenweg, Berstädter Weg 1 a, zu erreichen. Wer sich engagieren und Mitglied werden will, wendet sich an den Vorsitzenden Ronald Gockel entweder telefonisch unter der Nummer 0157 - 35 61 90 61 oder per E-Mail an cyperus1901@gmx.de direkt an den Verein.

Cyperus 1901 e.V.

Sommerfest des Aquarien- und Terrarienvereins

Von Wiesbadenaktuell

 

Am Sonntag, 19. Juli, lädt der Aquarien- und Terrarienverein Cyperus 1901 zum Sommerfest auf das Freilandgelände in Kastel ein. Es besteht die Möglichkeit die weitläufige Naturanlage und die Häuser zu besichtigen.

18.07.2015 23:57

Der Cyperus 1901 e.V. ist ein gemeinnütziger Aquarien- und Terrarienverein in Kastel unmittelbar an einem Tierpark angrenzend mit einem circa 12.000 Quadrameter großen Freilandgelände sowie einer Vielzahl an Teichen.

Sonntags geöffnet

An Sonn- und Feiertagen von Ostern bis Anfang Oktober steht das Vereinsgelände für die Öffentlichkeit von 10:00 bis 18:00 Uhr zur Verfügung. Das Schauhaus mit diversen Überraschungen aus dem Bereich der Terra- und Aquaristik ist an diesem Tag geöffnet.

Am Sonntag, 19. Juli, von 10:00 bis 18:00 Uhr lädt der Verein zum Sommerfest auf die weitläufige Naturanlage und den Häusern ein. Neben Kaffee und Kuchen gibt es auch Würstchen vom Grill. Für die Gäste gibt es Führungen über das Gelände sowie eine Tombola mit Preisen.

Cyperus – der Gattungsname einer Sumpfpflanze (Cyperus involucratus) war namensgebend für den Verein. Gegründet im Jahre 1901 mit dem Namen „Cyperus 1901 e.V., Verein für Aquarien-, Terrarienkunde und Naturschutz“. Seit 1924 ist der Verein im Besitz des Naturparks.

Vereinsmitglieder haben Kleinod bepflanzt und gestaltet

Dieses Kleinod, ursprünglich eine baumlose Lehmgrube, hat der Verein gepachtet, bepflanzt und gestaltet. Heute ist dieses Naturparadies nicht nur Sitz des Vereines mit Vereinsheim, Aquarien- und Terrarienschauhaus sondern auch Heimat für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Der Cyperus-Naturpark soll die engere Heimat widerspiegeln, Heimat für Wildpflanzen und die damit verbundenen Wildtiere. In den Biotopen, Teichlandschaft, Halbfettwiesen, Gehölzsäume und Kleingehölze, wurden bereits mehr als 300 Pflanzenarten bestimmt und erfasst sowie eine erstaunliche Vielfalt an Wildtieren. Viele beeindruckende Pflanzen haben so ihren Platz in dem Park gefunden.

Mauereidechsenpopulation auf dem Gelände

Nicht nur der Fuchs lebt und liebt auf dem Gelände sondern auch eine Mauereidechsenpopulation, die zu den bedeutendsten von Hessen und Rheinland-Pfalz zählt. Unzählige Insektenarten, wunderschöne aber auch lästige, fühlen sich hier wohl.

Ein Kernstück dieses Naturparks ist die Essbare Landschaft. Hier will der Verein Pflanzen zeigen, die in unserer Urzeit ein wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung waren und heute teilweise unbeachtet in Wald und Feld wachsen. Aber – seit einigen Jahren nimmt der Trend „zurück zur Natur“ wieder zu und man entdeckt Köstliches und Gesundes auch unter dem Gesichtspunkt „Essen als Medizin“. Beachtenswert für Spezialisten und Liebhaber sind auch die Sammlungen von Artemisia- und Thymian-Arten. Der Gegenpol zur Essbaren Landschaft ist der „Karlsgarten“.

1. Oktober 2010 um 12:17

Vorstellung des Cyperus 1901 e.V. Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in Mainz-Kastel

Wir sind ein gemeinnütziger Aquarium- und Terrarienverein mit einem ca. 12.000 qm großen Freilandgelände sowie einer Vielzahl an Teichen, einem Schauhaus mit 9 Aquarien und 2 Terrarien, einem Vereinsheim und auch einem eigenen Börsenraum. Der Cyperus wurde 1901 gegründet. Die Pflanze Cyperus alternifolius (auch bekannt als Cyperngras) stand für den Namen Pate.

Vorstellung des Cyperus 1901 e.V.

Verein für Aquarien- und Terrarienkunde in Mainz

 

 

Uns zu finden ist nicht leicht; wir liegen in Mainz-Kastel direkt neben einem kleinen Tierpark am Berstädter Weg im Biotop Petersberg.

Vereinsheim und Schauhaus
Vereinsheim und Schauhaus

Aber ich verspreche Ihnen, der Weg zu uns lohnt sich!

Wir haben 2 Quellen auf dem Gelände und mehrere Teiche, Sumpfareale, Gehölzflächen sowie schöne Frisch- und Magerwiesen.

Unser Naturpark mit seinen unterschiedlichen Biotoparten eignet sich hervorragend, die verschiedensten Pflanzengesellschaften zu zeigen.

Auf dem Gelände des Cyperus wurde im Rahmen eines Projektes durch zahlreiche Mitglieder u.a. ein Karlsgarten angelegt, mit alten Pflanzen aus der Zeit Karl des Großen.

 

Projekt "Essbare Landschaft"

Das Wissen um essbare Wildpflanzen wurde seit Jahrtausenden gesammelt. Die Menschen waren in früheren Zeiten sehr viel mehr auf dieses Wissen und damit auf diese Pflanzen angewiesen als wir. Die frühesten Erkenntnisse haben wir aus der Steinzeit und gehen zurück bis 500.000 Jahre vor Christus. Man nimmt heute an, dass diese Menschen maximal 3 Stunden benötigten um für die Nahrung erforderlichen Pflanzen zu sammeln.

Wir wollen mit diesem Projekt unsere heimischen Landschaften mit den hier angesiedelten Wildpflanzen wieder in unser Bewusstsein bringen – mit dem Schwerpunkt: „essbare Pflanzen“ – also essbare Kräuter und Blüten, Wildfrüchte und Heilkräuter.

Im hinteren Teil der Anlage befinden sich unser mediterraner Kräuterhang mit vielen Pflanzen der südlichen Urlaubsländer und unsere einheimischen Kräuterhänge, wo Kräuter für Küche und Gesundheit aus unserer näheren Umgebung wachsen.

Im mittleren Teil der Anlage, in unserer Teichlandschaft, haben wir Vergesellschaftungen von Teichrand- und Wasserpflanzen und oberhalb unserer Kräuterhänge sind weitere Biotope für Gehölze und Gehölzrandpflanzen im Entstehen.

Viele interessante Insektenarten, Kriechtiere, Eidechsen, Lurche und nicht alltägliche Vogelarten bevölkern unseren Naturpark.

Unter den Themen „Essbare Landschaft“, „Unkräuter für Gourmets“ oder auch „Gesundheit am Wegesrand“ stellen wir die verschiedensten Wildkräuter, Blüten, Wildfrüchte und Heilkräuter in unserem Naturpark dar. Wir werden auch weiterhin Wildpflanzen in ihrer natürlichen Umgebung anpflanzen, beschreiben, fotografieren, ernten und verwerten. Verwerten, d.h. in unserer Küche „mit Kräutern kochen“ oder aber auch uns beschäftigen mit der Herstellung von Kräuterschnäpsen, -tinkturen und sonstigen Hausmitteln für Küche und Gesundheit.

Darüber hinaus sollen auch im nächsten Jahr wiederum Vorträge, Führungen und Kräuterworkshops stattfinden.

 

Wussten Sie, dass

- Borretschsaft Depressionen bekämpft?

- Artischockenwein die Blutfette herabsetzt und die Galle positiv beeinflusst ?

- Majoranöl den Blutdruck senkt?

- Löwenzahnwurzeltee chronische Rheumabeschwerden lindert?

 

 

Mittels eines Schulprojektes in Zusammenarbeit mit dem Willigisgymnasium aus Mainz konnten im Jahr 2010 auf dem Gelände Ruhebänke aufgestellt werden und in einem Gemeinschaftsprojekt von Vereinsmitgliedern und Schüler wurde das Insektenhotel erstellt sowie mehrere Teiche freigelegt.

Wir bieten auch weiterhin interessierten Schulen an, bei uns ihre Projekttage durchzuführen.

 

Durch die finanzielle Unterstützung der Städte Mainz und Wiesbaden konnte auch das altehrwürdige Schauhaus von 1966 wiedereröffnet werden. Eine Äskulapnatter, verschiedene Heuschrecken und sogar 6 Axolotl waren in diesem Jahr im Schauhaus zu bewundern - und nicht zu vergessen die Vielzahl an exotischen Fischen, Krebse und Garnelen. Auch im nächsten Jahr -ab dem 1. Mai- wird das Schauhaus wieder mit diversen Attraktionen eröffnet. (Ich werde dann hier wieder daran erinnern und Sie einladen zu kommen)

In dem wiederhergestellten Börsenraum mit über 50 Becken soll ab 2011 eine Verkaufsbörse und im Rahmen des Sommerfestes auch wieder eine Tombola durchgeführt werden.

 

Wir haben ein geräumiges Vereinsheim mit einer schönen Freiterrasse; dort treffen sich die Vereinsmitglieder und Freunde, aber auch privat dürfen Vereinsmitglieder das Gelände nutzen und z.B. mit Freunden grillen.

Gemeinsam haben wir in diesem Jahr das 50jährige Jubiläum von JBL besucht, und auch an den Kulturtagen AKK bringen wir uns jedes Jahr ein. Desweiteren finden in den Sommermonaten regelmäßige Führungen durch den Karlsgarten und den Naturpark statt.

Der Eintritt zu unserem Gelände und auch zum Schauhaus ist frei. Die Öffnungszeit des Geländes ist von Mai bis September an Sonn-und Feiertagen von 10-18 Uhr. Mitglieder können allerdings durchgehend das Gelände, das Schauhaus sowie das Vereinsheim betreten und nutzen.

 

Wie in den meisten Vereinen fehlt auch uns der Nachwuchs, welcher dem Verein eine Zukunft geben könnte. Für alle diese Vorhaben z.B. als Ausgleich von Spielkonsole und Computer suchen wir interessierte Mitstreiter. Sie können bei der Gestaltung und Pflege unserer Biotope mithelfen oder aber Ihre eigenen Ideen verwirklichen, in dem Sie ganz selbstständig oder unter Anleitung ein bestimmtes Areal bepflanzen, pflegen und/oder ernten und weiterverarbeiten. Im Schauhaus dürfen Sie gerne ein leeres Becken übernehmen und dort ein Aquarium oder Terrarium selber einrichten, pflegen und es Ihren Freunden und Bekannten präsentieren! Notwendige Materialien wie Wurzeln, Bodengrund, Pumpen, Heizstäbe, Filter, Beleuchtung etc. sind vorhanden und erfahrene Aquarianer und Terrarianer stehen -bei Wunsch- gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Für weitergehende Auskünfte stehen wir zur Verfügung und sollten Sie gar mitarbeiten wollen, würde uns das sehr freuen.

 

Zum Kontaktformular: http://www.cyperus.de/KONTAKT/Kontakt_frm.html

 

Kleinod vor den Toren der Stadt: Natur- und Pflanzenpark Cyperus öffnet am Ostersonntag – Beliebtes Staudenseminar im April

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 , sensorWI

An Ostern wird der Natur-und Pflanzenpark Cyperus einschließlich des Schauhaus für Aquarien und Terrarien eröffnet, genauer gesagt am Ostersonntag, dem 27. März, von  11 bis 18 Uhr. Zur Feier des Tages wird es selbstgemachte Kräuterleckereien geben, und das Blumenhaus Inge aus Erbenheim hat eine kleine Ausstellung mit Deko, Frühlingskränzen und Gestecken, die auch käuflich erworben werden können. Am 3. April bietet Cyperus ein Staudenseminar von der Baumschule mit dem Gärtnermeister Karl Schneider stattfinden ab 13:30 Uhr an. Bei dem Staudenseminar können Stauden erworben werden. Erfahrungsgemäß sind die Plätze für das Staudenseminar schnell ausgebucht, deshalb empfehlen wir, sich jetzt schon anzumelden: Cyperus1901@gmail.com (dif/ Foto Cyperus)